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Workshop zur digitalen Unterstützung von Krebspatient:innen und Angehörigen

Digitale Unterstützung für Menschen mit Krebs und Angehörige

Dr. Laura Moradbakhti und Patrick Gaudl stehen neben einer Präsentationsfläche im ANNO 1578 in Lemgo. Auf der Folie ist der Titel „Digitale Gesundheitsanwendungen zur Unterstützung bei Krebs“ zu sehen.

Dr. Laura Moradbakhti und Patrick Gaudl geben Einblicke in digitale Gesundheitsanwendungen zur Unterstützung bei Krebserkrankungen.

Vorbereiteter Workshopraum im ANNO 1578 in Lemgo mit Tischen, Unterlagen, Getränken und einer Präsentationsfläche zum Thema digitale Gesundheitsanwendungen zur Unterstützung bei Krebs.

Workshopraum im Gesundheitszentrum Oerlinghausen: Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in digitale Gesundheitsanwendungen zur Unterstützung bei Krebs.

Wie können digitale Gesundheitsanwendungen Menschen mit Krebs in ihrem Alltag unterstützen? Und was brauchen Betroffene und Angehörige wirklich, damit solche Angebote hilfreich, verständlich und gut nutzbar sind? 

Genau darum ging es in der dreiteiligen Workshopreihe von Dr. Laura Moradbakhti zum Thema „Digitale Apps zur Unterstützung von Krebspatient:innen und Angehörigen“. Gemeinsam mit ihrem wissenschaftlichen Mitarbeiter Patrick Gaudl führte sie die kostenfreien Workshops im Gesundheitszentrum Oerlinghausen sowie im ANNO 1578 in der Lemgoer Innenstadt durch. Die Reihe stieß auf großes Interesse.

Was sind DiGAs?

Digitale Gesundheitsanwendungen, kurz DiGAs, sind geprüfte medizinische Apps oder browserbasierte Anwendungen, die Menschen bei der Erkennung, Überwachung, Behandlung oder Linderung von Erkrankungen unterstützen können. Sie können beispielsweise dabei helfen, Symptome zu dokumentieren, Informationen verständlich aufzubereiten, Übungen anzuleiten oder den Umgang mit einer Erkrankung im Alltag zu begleiten.

Damit solche Anwendungen tatsächlich einen Mehrwert schaffen, reicht ihre technische Verfügbarkeit allein jedoch nicht aus. Entscheidend ist auch, ob Betroffene über die Angebote ausreichend informiert sind, sie verstehen, niedrigschwellig nutzen können und sich in ihrer Erkrankung gut begleitet fühlen.

Informieren, ausprobieren, diskutieren

Zu Beginn der Workshops ging es darum, Orientierung zu geben: Welche Anwendungen gibt es bereits für Menschen mit Krebs? Wie können sie im Alltag unterstützen? Und welche Wege gibt es, um diese Angebote nutzen zu können?

Anschließend stand das praktische Kennenlernen im Mittelpunkt. Auf bereitgestellten Testgeräten mit Testaccounts konnten die Teilnehmenden verschiedene Anwendungen direkt ausprobieren. In der gemeinsamen Diskussion ging es außerdem um Erfahrungen, offene Fragen, Verbesserungsbedarfe und Wünsche an künftige digitale Unterstützungsangebote.

Besonders wertvoll war der offene Austausch: Betroffene und Angehörige brachten ihre eigenen Erfahrungen, Fragen und Perspektiven ein. Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich die Erwartungen an digitale Unterstützung sein können – und wie wichtig es ist, diese Vielfalt bereits in Forschung und Entwicklung mitzudenken.

„Digitale Gesundheitsanwendungen können nur dann wirklich unterstützen, wenn sie nicht an den Menschen vorbei entwickelt werden. Der direkte Austausch mit Betroffenen und Angehörigen zeigt uns, welche Funktionen im Alltag helfen, wo Unsicherheiten bestehen und welche digitalen Angebote oder begleitende Schulungsformate künftig gebraucht werden“,sagt Dr. Laura Moradbakhti.

Vielen Dank an alle Teilnehmenden für das große Interesse, die Offenheit und den wertvollen Austausch! 

Forschung an der Schnittstelle von KI, Digital Health und Mensch-Technik-Interaktion

Im Rahmen der PROFuture-Förderung der TH OWL baut Dr. Laura Moradbakhti am inIT eine Arbeitsgruppe zum Forschungsthema „KI und Digitale Assistenzsysteme im Gesundheitswesen“ auf. In Kooperation mit dem Gesundheitsamt Kreis Lippe forscht sie als Tandem-Postdoc zu Künstlicher Intelligenz für digitale Assistenzsysteme, die Gesundheitskompetenzen in der Bevölkerung stärken sollen.

Mit ihrer Erfahrung in den Bereichen Digital Health, UX-Forschung, Mensch-Technik-Interaktion, Technologieakzeptanz, AI-Ethics und Social Robotics bringt sie genau die Perspektive ein, die für digitale Gesundheitslösungen von zentraler Bedeutung ist: Technologie muss fachlich fundiert, ethisch verantwortungsvoll und nah an den Bedürfnissen der Menschen entwickelt werden.

Autorin: Mona Marie Brinkmann