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Startschuss für mehr Cybersicherheit in der Produktion

(Lemgo, 17.03.2017) Fraunhofer IOSB-INA eröffnet in Kooperation mit dem inIT der Hochschule OWL das Labor für industrielle IT-Sicherheit. Mehr als 100 Gäste aus der Wirtschaft und Politik machten sich ein Bild von dem Know-how, der technischen Ausstattung und dem Weiterbildungsangebot, um Maschinen und Anlagen künftig sicherer zu machen. Unter ihnen waren auch der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung Thomas Rachel sowie der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft Prof. Dr. Reimund Neugebauer.

Am 16. März 2017 wurde am Fraunhofer-Anwendungszentrum in Lemgo in Kooperation mit dem Institut für industrielle Informationstechnik der Hochschule OWL das neue »Lernlabor Cybersicherheit für die Produktion« eröffnet. Mehr als 100 Gäste aus der Wirtschaft und Politik machten sich ein Bild von dem Know-how, der technischen Ausstattung und dem Weiterbildungsangebot, um Maschinen und Anlagen künftig sicherer zu machen. Unter ihnen waren auch der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung Thomas Rachel sowie der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft Prof. Dr. Reimund Neugebauer.

Das Labor in Lemgo ist eines von sechs Lernlaboren für Cybersicherheit, die die Fraunhofer-Gesellschaft derzeit an verschiedenen Standorten in Deutschland mit unterschiedlichen Schwerpunkten eröffnet. In dem Labor des Fraunhofer IOSB-INA werden Verfahren und Techniken für die IT-Sicherheit in der Produktion erforscht und zugleich Komponenten und Software-Module für den Schutz dieser Anlagen entwickelt. Die Forscher simulieren dabei Cyberattacken und suchen nach Schwachstellen. Ziel ist die schnelle Erkennung und die Abwehr solcher Angriffe.

»In Lemgo werden wir mit Blick auf die Bedarfe der Wirtschaft aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung unmittelbar in Qualifizierungsprogrammen umsetzen«, sagte Fraunhofer-Präsident Prof. Dr.-Ing. Reimund Neugebauer.

Das Lernlabor wird Unternehmen dabei helfen, vorhandene Sicherheitslücken in den Produktionssystemen schnell und effizient zu schließen. IT- und Sicherheitsbeauftragten, Fach- und Führungskräften oder Produktionsleitern steht daher ab sofort ein berufsbegleitendes modulares Weiterbildungsangebot zur Verfügung.

»Industrie 4.0 wird ohne IT-Sicherheitskompetenz im Mittelstand nicht umsetzbar sein«, erklärte Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jasperneite, Leiter des Fraunhofer-Anwendungszentrums und des Instituts für industrielle Informationstechnik der Hochschule OWL.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Fraunhofer-Initiative, die alle sechs Lernlabore umfasst, dauerhaft mit einem jährlichen Betrag von sechs Millionen Euro. »Die Digitalisierung bietet eine Fülle neuer Chancen für unsere Wirtschaft – gerade im Bereich der industriellen Produktion. Die Region Ostwestfalen-Lippe ist hier ganz vorne mit dabei: Hier werden innovative Lösungen für vernetzte, intelligente Produktion aber auch für die Sicherung solcher Anlagen vor Cyberangriffen und Cyberspionage entwickelt. Deshalb passt das neue Lernlabor »Industrielle Produktion« der FhG ganz hervorragend hierher. Das BMBF fördert das Lernlabor mit rund 1 Mio. € pro Jahr«, erläuterte Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Der Forschungsstaatssekretär ergänzte, dass das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB und das Fraunhofer Anwendungszentrum Industrial Automation in Lemgo mit der starken Bindung an Partner aus dem Mittelstand sowie mit der Hochschule Ostwestfalen-Lippe hervorragend dafür geeignet seien, IT-Sicherheit in der Industrie 4.0 zu vermitteln.

Warum mehr IT-Sicherheit? Die Nutzung des Internets für die Vernetzung von Maschinen und Anlagen eröffnet weitreichende Möglichkeiten für produzierende Unternehmen und Ausrüster, aber auch Möglichkeiten für Manipulationen und Diebstahl. Derzeit häufen sich Angriffe auf kritische Infrastrukturen und Industrieanlagen – mitunter sind dies ernstzunehmende Bedrohungen, die erhebliche Sach- Umwelt- und Personenschäden verursachen können. Datendiebstahl, Spionage und Sabotage erzeugen laut BITKOM für die deutsche Industrie einen jährlichen Schaden von über 22 Milliarden Euro.