Wie können Qualitätsnachweise entlang einer Lieferkette vertrauenswürdig, nachvollziehbar und manipulationssicher bereitgestellt werden? Mit dieser Fragestellung beschäftigt sich das Forschungsprojekt Digitaler Produktpass für zuverlässigen Informationsaustausch in der Supply Chain (DiPP). Beim jüngsten Konsortialtreffen am inIT in Lemgo präsentierte das Projektteam aktuelle Fortschritte und demonstrierte neue Entwicklungen rund um den Digitalen Produktpass.
Projektpartner treffen sich in Lemgo
Zum Projektkonsortium gehören die Unternehmen Endress+Hauser GmbH+Co. KG, Arvato Systems GmbH, NTT DATA Business Solutions AG, Melitta Professional Coffee Solutions GmbH sowie das inIT, wo das Projekt von der Forschungsgruppe Vernetzte Automatisierungssysteme unter der Leitung von Prof. Dr. Henning Trsek bearbeitet wird. Gemeinsam entwickeln die Projektpartner Lösungen für einen vertrauenswürdigen Informationsaustausch entlang von Liefer- und Produktionsketten.
Der Digitale Produktpass gilt als eine zentrale Schlüsseltechnologie für eine nachhaltige und ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft. Ziel ist es, relevante Informationen über Produkte transparent und nachvollziehbar bereitzustellen sowie neue datenbasierte Geschäftsmodelle entlang der Wertschöpfungskette zu ermöglichen.
Dafür lädt das inIT-Projektteam das Projektkonsortium regelmäßig nach Lemgo ein, um aktuelle Projektergebnisse vorzustellen und die nächsten Entwicklungsschritte gemeinsam zu diskutieren.
Weiterentwicklung des CinITo-Demonstrators
Bereits beim vergangenen Projekttreffen wurde der Demonstrator CinITo um neue Hardware-Komponenten erweitert, darunter ein Temperatursensor von Endress+Hauser. Ziel ist es, Anwendungsfälle für Qualitätsmanagement und Transparenz in der Getränkeproduktion praxisnah abzubilden.
Seitdem wurde die eingesetzte Hardware getestet und in den Produktionsprozess vollständig integriert. Beim aktuellen Konsortialtreffen präsentierte das Projektteam einen neuen Entwicklungsstand und demonstrierte den Projektpartnern die Umsetzung eines manipulationssicheren Qualitätsnachweises direkt am Demonstrator.
Mehr über das letzte Projekttreffen erfahren: https://www.init-owl.de/aktuelles/news/detail/projekttreffen-im-projekt-dipp-fortschritte-fuer-den-digitalen-produktpass/
Qualitätsnachweise im Digitalen Produktpass
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Demonstration eines Auditprozesses, bei dem ein digitaler Auditbericht inkl. digitalen Kalibrierzertifikats so gespeichert wird, dass die Informationen später über den Digitalen Produktpass bereitgestellt werden können.
Dadurch kann nachvollzogen werden, wann ein Audit durchgeführt wurde und mit welchem Ergebnis es abgeschlossen wurde. Die Informationen bleiben entlang der Lieferkette verfügbar und können perspektivisch auch Verbraucherinnen und Verbrauchern transparent zugänglich gemacht werden.
Mit dem im Projekt entwickelten Ansatz sollen vertrauenswürdige und manipulationssichere Qualitätsinformationen bereitgestellt werden, die Transparenz und Nachvollziehbarkeit in Produktions- und Lieferprozessen stärken.
Austausch und gemeinsame Weiterentwicklung
Neben der technischen Demonstration stand insbesondere der persönliche Austausch zwischen den Projektpartnern im Mittelpunkt des Treffens. Gemeinsam wurden aktuelle Herausforderungen, neue Ideen und weitere Entwicklungsschritte diskutiert.
„Es ist stets bereichernd, die Projektpartner vor Ort zu begrüßen und den aktuellen Arbeitsstand zu präsentieren. Der persönliche Austausch schafft Raum für Diskussionen und eröffnet neue Perspektiven sowie weiterführende Ideen“, sagt Philip Sehr aus der Forschungsgruppe Vernetzte Automatisierungssysteme.
Über das Projekt DiPP
Mit dem Projekt DiPP erforschen die Projektpartner einen Digitalen Produktpass, der einen manipulationssicheren und transparenten Datenaustausch entlang der gesamten Wertschöpfungskette ermöglicht. Ziel ist es, relevante Produktinformationen von der Rohstoffgewinnung über Herstellung und Nutzung bis hin zur Entsorgung sicher und nachvollziehbar bereitzustellen.
Um Transparenz und Nachhaltigkeit in Lieferketten zu stärken, kombiniert das Projekt etablierte Standards der Verwaltungsschale mit Distributed-Ledger-Technologien. So sollen nicht nur vertrauenswürdige Produktinformationen bereitgestellt, sondern auch neue digitale Geschäftsmodelle entlang der Lieferkette ermöglicht werden.
Weitere Informationen zum Projekt: https://www.init-owl.de/forschung/projekte/detail/digitaler-produktpass-fuer-zuverlaessigen-informationsaustausch-in-der-supply-chain/

