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ETFA 2026: Lemgoer Forschung auf internationaler Bühne

inIT setzt starke Impulse auf der ETFA

Forschende aus Lemgo stehen in einem Museum

Forschungskompetenz aus Lemgo

Prof. Dr. Henning Trsek hält einen Vortrag

Institutsleiter Prof. Dr. Henning Trsek auf der ETFA 2026

Mit zwölf angenommenen Forschungsbeiträgen und der Leitung mehrerer Fachsessions waren das inIT der Technischen Hochschule OWL und das Fraunhofer IOSB-INA auf der 31. IEEE International Conference on Emerging Technologies and Factory Automation (ETFA) vertreten. Die Konferenz fand vom 8. bis 11. September 2026 im schwedischen Västerås statt und brachte internationale Fachleute aus Wissenschaft und Industrie zusammen. Die Forschenden aus Lemgo präsentierten aktuelle Ergebnisse zu Künstlicher Intelligenz (KI) in der Produktion, industrieller Kommunikation und neuen Ansätzen für den Umgang mit begrenzten Datenmengen.

inIT-Beiträge: KI und datenbasierte Methoden für die Industrie

KI-gestützte Produktsuche: Nico Baumgart präsentierte eine gemeinsam mit Prof. Dr. Markus Lange-Hegermann und Jan Henze (Phoenix Contact) entstandene Forschungsarbeit, die große Sprachmodelle mit dem Klassifikationsstandard ECLASS verbindet. Ziel ist es, die Suche nach elektronischen Komponenten in industriellen Produktkatalogen zu verbessern.

Datenbasierte Prozessoptimierung: Wie lässt sich der Zustand von Werkzeugen in der Stahlfederproduktion zuverlässig vorhersagen? Mit dieser Frage beschäftigte sich Julian Bültemeier. Er präsentierte eine gemeinsam mit Jan Ehlenbröker, Dr. Christoph-Alexander Holst und Sen.-Prof. Dr. Volker Lohweg entstandene Forschungsarbeit zur datenbasierten Analyse und Vorhersage des Werkzeugzustands anhand geometrischer Prozessdaten.

Intelligente Funkkommunikation: Dr. Mohsen Kazemian stellte Forschungsarbeiten zum Einsatz großer Sprachmodelle für die Vorhersage drahtloser Funkkanäle vor. Gemeinsam mit Prof. Dr. Jürgen Jasperneite untersucht er das Potenzial und die Grenzen dieser Modelle für zukünftige Kommunikationssysteme.

Engineering Data Spaces: Philip Sehr präsentierte ein Work-in-Progress-Paper aus dem it's-OWL-Projekt GoProZero. Die gemeinsam mit Jonas Kortner, Natalia Moriz, Christian Wittenbröker, Mohamed Bassam Kassabji und Prof. Dr. Henning Trsek entstandene Arbeit stellt ein Konzept zur Darstellung und Analyse von Engineering Data Spaces in Unternehmen vor.

Fachsessions zu KI, Datenknappheit und Cybersicherheit

Neben den eigenen Forschungsbeiträgen gestaltete das inIT auch das wissenschaftliche Programm der Konferenz aktiv mit. Sen.-Prof. Dr. Volker Lohweg leitete gemeinsam mit Prof. Dr. Gianluca Cena (Politecnico di Torino) den Technical Track „Artificial Intelligence for Cyber-Physical Systems in Automation“. Die fünf vorgestellten Paper beschäftigten sich insbesondere mit dem Einsatz großer Sprachmodelle in der industriellen Produktion und Automatisierung.

Gemeinsam mit Dr. Christoph-Alexander Holst sowie Rui Pinto (Universidade do Porto) und Pedro Torres (Instituto Politécnico de Castelo Branco) organisierte Sen.-Prof. Dr. Volker Lohweg zudem die Special Session „Addressing Data Scarcity: Machine Learning, Information Fusion, and Sustainable AI“. Im Mittelpunkt der fünf Beiträge standen Verfahren zum Umgang mit begrenzten Datenmengen, darunter dateneffiziente Algorithmen, Datenaugmentierung, Transfer Learning und Informationsfusion. Sämtliche Arbeiten kamen ohne große Sprachmodelle aus.

Dr. Christoph-Alexander Holst leitete darüber hinaus gemeinsam mit Alexander Diedrich (Helmut-Schmidt-Universität) die Session „Industrial Cybersecurity, Threat Detection, and Vulnerability Analysis“. Die fünf Beiträge befassten sich mit der Erkennung von Cyberangriffen und der Bewertung von Sicherheitslücken. Darunter war auch eine Forschungsarbeit von Felix Specht (Fraunhofer IOSB-INA) und Prof. Dr. Henning Trsek zur KI-gestützten Klassifizierung von Cyberangriffen auf industrielle Steuerungssysteme.

Industrie und Wissenschaft im Dialog

Gemeinsam mit Bruno Iafelice (TVLP Institute) und Hans-Peter Bernhard (Silicon Austria Labs) gehörte Prof. Dr. Henning Trsek zu den drei Industry Chairs der ETFA 2026. Damit war er an der Gestaltung des Industry Forums beteiligt, das unter dem Motto „Bridging Digital Twins, AI, and Next-Generation Connectivity“ den Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie in den Mittelpunkt stellte.

Prof. Dr. Henning Trsek leitete zwei Sessions zu industriellen Kommunikationsarchitekturen sowie zu digitalen Zwillingen und IT/OT-Konvergenz. Im Fokus standen aktuelle Entwicklungen und praktische Herausforderungen bei der Vernetzung industrieller Systeme sowie die Verbindung von künstlicher Intelligenz, digitalen Zwillingen und zukünftigen Kommunikationstechnologien. Unterstützt wurde er dabei von seinem Mitarbeiter Philip Sehr.

„Es freut mich besonders, dass wir mit einer solchen Vielfalt an Forschungsthemen auf der ETFA vertreten waren. Die gemeinsame Präsenz mit dem Fraunhofer IOSB-INA zeigt, wie viel Forschungskompetenz wir am Standort Lemgo bündeln. Dabei konnten wir nicht nur unsere Ergebnisse einem internationalen Fachpublikum präsentieren, sondern durch die Leitung mehrerer Fachsessions auch den wissenschaftlichen Austausch aktiv mitgestalten“, resümiert Prof. Dr. Henning Trsek, Institutsleiter des inIT.

Austausch zwischen Industriegeschichte und Zukunftstechnologien

Auch abseits des Konferenzprogramms bot die ETFA Gelegenheit zum internationalen Austausch. Ein besonderes Highlight war das Conference Banquet im Munktellmuseet in Eskilstuna. Zwischen historischen Industriemaschinen konnten die Teilnehmenden ihre Gespräche fortsetzen, neue Kontakte knüpfen und den Konferenztag gemeinsam ausklingen lassen.