Wie können AI Agents industrielle Prozesse künftig sinnvoll unterstützen – nicht nur als Assistenzsysteme, sondern als Verbindung ganzer Workflows von der Planung über das Engineering bis zum Shopfloor? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Smart Agents for Smart Factories“, die am 9. Juni im CENTRUM INDUSTRIAL IT (CIIT) stattfand.
Die Veranstaltung fand im Rahmen der KI-Akademie OWL statt und wurde von Prof. Dr. Markus Lange-Hegermann vom inIT und Dr. Gesa Benndorf vom Fraunhofer IOSB-INA organisiert. Rund 120 Teilnehmende aus Wissenschaft, Industrie und Anwendung kamen zusammen, um Chancen, Herausforderungen und konkrete Einsatzmöglichkeiten von KI-Agenten in industriellen Kontexten zu diskutieren.
AI Agents zwischen Forschung und industrieller Anwendung
In den Keynotes eröffneten Dr. Chantal Sinnwell von Siemens Digital Industries Software und Anita Allen von n8n zwei zentrale Perspektiven auf das Thema.
Während Dr. Chantal Sinnwell das Potenzial von AI Agents in vernetzten Produktionsumgebungen beleuchtete, rückte Anita Allen die praktische Orchestrierung agentischer Workflows in den Fokus. Dabei ging es um die Frage, wie verschiedene Systeme, Anwendungen und Datenquellen so zusammengeführt werden können, dass aus einzelnen KI-Anwendungen durchgängige und nutzbare Prozesse entstehen.
Austausch zu Einsatzmöglichkeiten, Sicherheit und Akzeptanz
Neben den Keynotes boten Poster-Session, World Café, LabTour durch die SmartFactoryOWL und eine abschließende Podiumsdiskussion vielfältige Gelegenheiten für fachlichen Austausch. Diskutiert wurde unter anderem, für welche Aufgaben sich KI-Agenten heute bereits eignen, wie der Einstieg gerade für kleine und mittlere Unternehmen gelingen kann und welche Rolle Sicherheit, Governance und Akzeptanz bei der Einführung spielen.
Deutlich wurde dabei: KI-Agenten können vor allem dort Mehrwert schaffen, wo Aufgaben klar strukturiert, Prozesse gut beschreibbar und Daten sinnvoll verfügbar sind. Gleichzeitig braucht ihr Einsatz mehr als nur technologische Leistungsfähigkeit. Entscheidend sind passende Rahmenbedingungen, nachvollziehbare Entscheidungen und eine Integration, die zu den bestehenden industriellen Abläufen passt.
inIT mit mehreren Posterbeiträgen vertreten
Auch Forschende des inIT präsentierten aktuelle Arbeiten in der Poster-Session. Krithiga Ramesh, Simon Jonas Leister, Julia Becker, Mortimer Dockhorn und Steffen Fricke gaben Einblicke in Forschungsfragen unter anderem rund um industrielle Agentensysteme, Security-Risikobewertung, LLM-basierte Assistenzsysteme und vernetzte Produktionsprozesse.
Austausch als Schlüssel für Transfer
„AI Agents eröffnen neue Möglichkeiten, industrielle Prozesse intelligenter und flexibler zu gestalten. Entscheidend ist aber, dass wir diese Technologien nicht isoliert betrachten, sondern sie sinnvoll in bestehende Systeme, Datenstrukturen und Arbeitsabläufe integrieren. Deshalb war es besonders schön, so viele Menschen aus Forschung, Industrie und Anwendung auf dem Innovation Campus Lemgo zusammenzubringen. Der Austausch hat gezeigt, wie wertvoll der direkte Dialog ist, um tragfähige Lösungen für die industrielle Praxis zu entwickeln“, resümiert Prof. Dr. Markus Lange-Hegermann.



