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Internationale Perspektiven für die Mensch-Technik-Interaktion

NYU-Studentin Houzhi Ke forscht gemeinsam mit Eileen Wemmer am inIT

Eileen Wemmer und Houzhi Ke forschen gemeinsam am inIT zu Human-AI Interaction und der Rolle menschlicher Anstrengung in technologischen Anwendungen.

Eileen Wemmer und Houzhi Ke forschen gemeinsam am inIT zu Human-AI Interaction und der Rolle menschlicher Anstrengung in technologischen Anwendungen.

Wie viel Anstrengung sollte Technologie Menschen eigentlich abnehmen – und wann kann sie Lernen und langfristiges Wohlbefinden fördern? Mit dieser Fragestellung beschäftigt sich die DAAD-Stipendiatin Houzhi Ke während ihres Forschungspraktikums am inIT.

Von Juni bis August 2026 absolviert die Bachelorstudentin der Angewandten Psychologie an der New York University im Rahmen des Programms RISE Germany des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) ein Forschungspraktikum am inIT. Gemeinsam mit Eileen Wemmer aus der Arbeitsgruppe Mensch-Technik-Interaktion unter der Leitung von Prof. Dr. mult. Carsten Röcker forscht sie im Projekt „Human-AI Interaction for Eudaimonic Well-Being: Integrating Valuable Human Effort into Automation“.

Welche Rolle spielt Anstrengung in der Mensch-KI-Interaktion?

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Frage, wie Anstrengung in technologischen Anwendungen verstanden, gestaltet und bewertet wird. Ziel ist es, besser zu verstehen, wann menschliche Beteiligung langfristig einen Mehrwert schaffen kann – anstatt durch Automatisierung vollständig ersetzt zu werden.

Dafür werten Eileen Wemmer und Houzhi Ke systematisch wissenschaftliche Arbeiten aus der Mensch-Computer-Interaktion und angrenzenden Fachgebieten aus. Sie untersuchen, mit welchen Designansätzen Anstrengung gezielt gestaltet wird, welche menschlichen Erfahrungen und Aktivitäten damit verbunden sind und welche Auswirkungen sich auf Motivation, Lernen und eudaimonisches Wohlbefinden zeigen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen zu verstehen, welche Rolle menschliche Anstrengung bei der Gestaltung zukünftiger Technologien spielen kann.

„Viele digitale Systeme verfolgen das Ziel, Anstrengung möglichst zu reduzieren. Uns interessiert dagegen, welche Formen von Anstrengung Menschen dabei unterstützen können, Kompetenzen zu entwickeln, motiviert zu bleiben oder Tätigkeiten als besonders sinnvoll zu erleben. Dieses Verständnis kann helfen, zukünftige KI-gestützte Technologien stärker am Menschen auszurichten“, sagt Eileen Wemmer.

Forschung zwischen Psychologie und Technologie

Während ihres Forschungsaufenthalts arbeitet Houzhi Ke an der systematischen Auswertung eines umfangreichen Forschungsbestands. Gemeinsam mit Eileen Wemmer entwickelt sie den Kodierungsrahmen weiter, erarbeitet konsistente Entscheidungsregeln und trägt dazu bei, wissenschaftliche Erkenntnisse zu einer strukturierten Evidenzbasis zusammenzuführen. Dabei verbindet sie ihre Kenntnisse aus der Psychologie mit Fragestellungen der Mensch-Technik-Interaktion und sammelt Erfahrungen in einem internationalen und interdisziplinären Forschungsumfeld.

„Der Forschungsaufenthalt am inIT gibt mir die Möglichkeit, meine Interessen an Psychologie und Technologie in einem interdisziplinären Forschungsprojekt zu verbinden. Besonders spannend ist für mich die Zusammenarbeit in einem internationalen Team und die gemeinsame Arbeit an einer Fragestellung mit gesellschaftlicher Relevanz. Die Erfahrungen haben meinen Wunsch bestärkt, auch künftig an der Schnittstelle von Psychologie, Lernen und interaktiven Technologien zu forschen“, sagt Houzhi Ke.

Persönliche Eindrücke vom Forschungsaufenthalt

Neben der wissenschaftlichen Arbeit hebt Houzhi Ke besonders die offene und unterstützende Atmosphäre am inIT hervor. Als internationale Forschungsstipendiatin habe sie sich von Beginn an willkommen gefühlt und den fachlichen Austausch mit ihren Kolleginnen und Kollegen sehr geschätzt. Auch das Leben in Lemgo sei für sie ein wichtiger Teil ihres Aufenthalts gewesen. Die historische und ruhige Stadt habe ihren Forschungsaufenthalt sowohl fachlich als auch persönlich zu einer wertvollen Erfahrung gemacht.

RISE Germany stärkt den internationalen Forschungsaustausch

Das Forschungspraktikum wird durch das Programm RISE Germany des DAAD ermöglicht. Das Programm bringt internationale Studierende mit Forschungseinrichtungen in Deutschland zusammen und fördert den wissenschaftlichen Austausch über Länder- und Fachgrenzen hinweg.

Autorin: Mona Marie Brinkmann