Wie gelingt gute Teamführung und welche Rolle spielen Kommunikation, Vertrauen und unterschiedliche Stärken?
Diesen Fragen gingen Julian Knaup und Ramakrishnan Subramanian, wissenschaftliche Mitarbeiter am inIT, auf ungewöhnliche Weise nach: Vom 1. bis 6. September 2026 tauschten sie den Seminarraum gegen ein Segelschiff und nahmen an der Fortbildung „Führung & Kommunikation unter Segeln“ teil. Das Angebot des Graduiertenzentrums.OWL der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) richtete sich an Promovierende und promotionsinteressierte Masterstudierende.
Teamführung unter realen Bedingungen
Als schwimmendes Reallabor diente die „Elegant“, ein historisches Segelschiff aus dem Jahr 1889. Gemeinsam mit zwölf weiteren Teilnehmenden sowie zwei Seminarleitern und zwei Crewmitgliedern segelten die beiden Wissenschaftler von Stralsund aus rund um die Insel Rügen. Raue Wetterbedingungen, wechselnde Aufgaben und das Zusammenleben auf engem Raum stellten die Zusammenarbeit immer wieder auf die Probe.
Ob beim Setzen der Segel, beim Steuern oder bei der gemeinsamen Verpflegung: Alle waren gefordert, Verantwortung zu übernehmen, sich abzustimmen und aufeinander zu verlassen. Gerade bei den Segelmanövern zeigte sich, wie entscheidend klare Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen für den gemeinsamen Erfolg sind.
Von Kommunikationsmodellen zu Führungsstilen
Geleitet wurde die Fortbildung von Prof. Dr. Klaus Maas, wissenschaftlicher Leiter des Graduiertenzentrums.OWL, und Dr. Jan Schametat, Regionalreferent des Zukunftszentrums Holzminden-Höxter. Fachliche Impulse, praktische Übungen und gemeinsame Reflexionen wechselten sich mit den Segelmanövern ab.
Im Mittelpunkt standen die eigenen Stärken, unterschiedliche Führungsstile sowie der Umgang mit Konflikten. Anhand etablierter Kommunikationsmodelle und der Teamrollen nach Meredith Belbin beschäftigten sich die Teilnehmenden damit, wie Missverständnisse entstehen, wie Zusammenarbeit verbessert werden kann und warum Teams besonders von unterschiedlichen Fähigkeiten und Perspektiven profitieren.
Auch die Teilnehmenden selbst gestalteten das Programm mit: Julian Knaup vermittelte gemeinsam mit einem weiteren Teilnehmenden grundlegende seemännische Knoten. Ramakrishnan Subramanian erklärte die physikalischen Grundlagen des Segelns und zeigte, wie das Zusammenspiel von Wind und Segeln ein Schiff antreibt.
Neue Perspektiven für die Teamarbeit
Was bleibt nach sechs Tagen auf dem Segelschiff? Vor allem neue Erkenntnisse über die Bedeutung von Kommunikation, Vertrauen und den bewussten Umgang mit unterschiedlichen Stärken im Team.
„Die Fortbildung hat uns gezeigt, dass Führung vor allem aus guter Kommunikation und dem Vertrauen in die eigenen Teammitglieder besteht", fasst Julian Knaup zusammen.
Ramakrishnan Subramanian hebt vor allem den praktischen Ansatz hervor: „Auf dem Schiff wurde schnell deutlich, wie unterschiedlich Menschen an Aufgaben herangehen und wie wichtig es ist, gemeinsam Lösungen zu finden. Diese Erfahrung nehme ich auch für die Zusammenarbeit in unserem Forschungsalltag mit.“
Ein besonderer Dank gilt dem Graduiertenzentrum.OWL für die Organisation dieses außergewöhnlichen Fortbildungsangebots, das fachliche Weiterbildung mit unmittelbaren praktischen Erfahrungen verbindet.
Autorin: Mona Marie Brinkmann
