Wie wird aus einer guten Idee ein tragfähiges Mobilitätssystem?
Diese Frage stand im Mittelpunkt des Mobilitätssymposiums 2026 in der Zukunftsmeile Paderborn. Gemeinsam mit dem SICP – Software Innovation Campus Paderborn und Neue Mobilität Paderborn e.V. diskutierten Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit, wie innovative Mobilitätslösungen den Schritt aus der Pilotphase in die breite Anwendung schaffen können.
Im Fokus standen Skalierung, Datenräume, autonome Systeme und tragfähige Geschäftsmodelle. Als einer von insgesamt sechs Keynote Speakern brachte Prof. Dr. Ulrich Büker seine Perspektive aus der Forschung am inIT ein.
Autonomes Fahren: Sicherheit als Voraussetzung für Skalierung
Unter dem Titel „Wo steht Deutschland beim autonomen Fahren heute? Was sind die größten Hürden?“ ordnete Prof. Dr. Ulrich Büker in seiner Keynote den aktuellen Stand der Entwicklung ein und beleuchtete die Anforderungen an einen sicheren Betrieb automatisierter Fahrzeuge.
„Skalierung beginnt mit Sicherheit. Nur wenn automatisierte Fahrfunktionen systematisch validiert und in robuste Gesamtarchitekturen eingebettet sind, können sie im Alltag zuverlässig funktionieren.“
Im Verbundprojekt NeMo.bil unterstützt das inIT das Arbeitspaket zur Entwicklung der automatisierten Fahrfunktion der sogenannten Cabs. Dabei werden Sicherheitsanforderungen definiert und eine Software für das automatisierte Fahren entwickelt, um einen sicheren Personentransport zu gewährleisten.
Posterbeitrag: Entscheidungen für den sicheren Zustand
Auch in der Postersession war das inIT vertreten. Kiran Bhaskar Sajikumar, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsgruppe „Intelligente Systeme“ unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrich Büker, präsentierte Forschungsergebnisse zur Identifizierung und Überwachung von ODD-Ausstiegen.
Der sogenannte Operational Design Domain (ODD) legt fest, unter welchen Umwelt- und Betriebsbedingungen ein hochautomatisiertes Fahrzeug sicher betrieben werden kann. Verlässt das System diesen definierten Bereich, muss es Strategien zur Risikominderung auswählen, sogenannte Minimum Risk Manoeuvres. Das Poster zeigte, wie eine Entscheidungslogik zur Auswahl solcher Maßnahmen entwickelt und strukturiert werden kann.
Skalierung als Gemeinschaftsaufgabe
Die Diskussionen machten deutlich: Der Weg von der Pilotierung in den Regelbetrieb ist eine Systemaufgabe. Neben technologischer Exzellenz braucht es interoperable Datenstrukturen, regulatorische Klarheit und wirtschaftlich tragfähige Geschäftsmodelle.