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KI im Gesundheitswesen

Praxis-Postdoc stärkt Zusammenarbeit von inIT und Kreis Lippe

Im Austausch zur weiteren Zusammenarbeit: Prof. Dr. Volker Lohweg, Dr. Laura Moradbakhti und Dr. Kerstin Ahaus (v.l.n.r.).

Wie kann KI das Gesundheitswesen konkret unterstützen?

Dieser Frage geht Dr. Laura Moradbakhti als Praxis-Postdoc im Rahmen von PROFuture in Kooperation mit dem Kreis Lippe am inIT nach. Ihr Schwerpunkt liegt im Bereich Gesundheitsinformatik. Ziel ist es, KI-gestützte digitale Assistenzsysteme so zu entwickeln, dass sie den tatsächlichen Bedarfen im Gesundheitswesen entsprechen – von Patientinnen und Patienten über medizinisches Fachpersonal bis hin zu pflegenden Angehörigen.

Im folgenden Interview spricht Dr. Laura Moradbakhti über ihre Rolle als Praxis-Postdoc, ihre Forschungsschwerpunkte und die enge Zusammenarbeit mit der Praxis.


Was hat dich persönlich daran gereizt, an der Schnittstelle von Forschung und Praxis zu arbeiten?

Laura Moradbakhti: Gerade in meinem Forschungsbereich ist es besonders wichtig, dass Forschungsergebnisse nicht nur in Publikationen festgehalten werden, sondern auch in der Praxis umsetzbar sind. Deshalb habe ich in meiner bisherigen Karriere oft an der Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis gearbeitet. Die enge Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Lippe ermöglicht es mir, mit meiner Forschung direkt dort anzusetzen, wo KI-Innovationen den größten Mehrwert schaffen können.

Wie würdest du jemandem in einem Satz erklären, was du in deiner Rolle als Praxis-Postdoc machst?

Laura Moradbakhti: Ich erforsche, wie KI und digitale Assistenzsysteme im Gesundheitssektor eingesetzt werden können, um die Bedarfe verschiedener Akteurinnen und Akteure – Patientinnen und Patienten, Ärztinnen und Ärzte sowie pflegende Angehörige – zu decken.

Welchen Mehrwert bringt die Aufteilung jeweils zur Hälfte an der Hochschule und im Kreis Lippe?

Laura Moradbakhti: Ich profitiere sehr davon, meinen Arbeitsalltag zwischen der TH OWL, dem Kreis Lippe sowie den Gesundheitszentren in Oerlinghausen und Lügde zu teilen. Durch die Kooperation mit dem Gesundheitsamt habe ich direkten Kontakt zu den Menschen, die von den Innovationen profitieren sollen. So erkenne ich frühzeitig, welche Bedarfe bestehen und wo meine Forschung konkret ansetzen kann.

Welche Themen im Bereich Gesundheitsinformatik stehen aktuell im Mittelpunkt und worauf möchtest du künftig deinen Fokus legen?

Laura Moradbakhti: Für mich ist es besonders wichtig, gemeinsam mit den betroffenen Personen zu forschen. Co-Design-Workshops, Fokusgruppen und andere partizipative Ansätze spielen dabei eine zentrale Rolle in meinem Forschungsalltag. Darüber hinaus ist es wichtig, Gesundheitskompetenzen und den Umgang mit neuen Technologien in der Bevölkerung zu fördern, damit diese langfristig und effektiv genutzt werden können. Auch der Einbezug ethischer Aspekte ist beim Einsatz von KI im Gesundheitswesen von großer Bedeutung.

Wenn du auf die kommenden Monate blickst: Welche nächsten Schritte stehen an und worauf freust du dich dabei besonders?

Laura Moradbakhti: Ich freue mich darauf, mit meiner Forschung einen konkreten Mehrwert zu schaffen. Wie in ganz Deutschland nimmt auch im Kreis Lippe die alternde Bevölerung zu, während gleichzeitig Engpässe in der medizinischen Versorgung entstehen, zum Beispiel durch Fachkräftemangel. KI kann dazu beitragen, Versorgungslücken zu schließen und neue Ansätze in der gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung zu ermöglichen.


Gesundheitsinformatik als strategische Klammer

Kürzlich kamen Dr. Laura Moradbakhti, Prof. Dr. Volker Lohweg – Leiter der Forschungsgruppe Diskrete Systeme, an der Dr. Laura Moradbakhti am inIT angebunden ist – sowie Dr. Kerstin Ahaus, Leiterin des Gesundheitsamtes des Kreises Lippe, zusammen, um die nächsten Schritte der Kooperation zu planen und gemeinsam weiterzuentwickeln.

Die Zusammenarbeit zwischen dem inIT und dem Kreis Lippe lebt vom engen Austausch und dem gemeinsamen Anspruch, Forschung und Praxis frühzeitig und zielgerichtet zu verbinden.

„Mit Laura Moradbakhti gewinnen wir eine Wissenschaftlerin, die fachliche Tiefe mit einem ausgeprägten Verständnis für praktische Fragestellungen verbindet. Diese Kombination wird maßgeblich dazu beitragen, das Themenfeld Gesundheitsinformatik gemeinsam weiterzuentwickeln“, betont Prof. Dr. Volker Lohweg.

Auch Dr. Kerstin Ahaus freut sich über die Zusammenarbeit:

„Die Kooperation ermöglicht es uns, neue technologische Ansätze gemeinsam mit der Hochschule zu denken und weiterzuentwickeln. Das ist für uns ein echter Gewinn für die zukünftige Ausrichtung der gesundheitlichen Versorgung.“

 

Zum Kreis Lippe: http://www.kreis-lippe.de/kreis-lippe/index.php

Mehr über PROFuture erfahren: https://www.th-owl.de/profuture/kooperationen/#c-accordion-94772-2