News_1920x250_Detail

KI als Helfer?

inIT und Grabbe-Gymnasium im Dialog über Künstliche Intelligenz

Wie kann Künstliche Intelligenz Lernen unterstützen – und wo liegen ihre Grenzen, leitet Dr. Claus Hilbing als Schulleiter in die Veranstaltung ein. Mit diesen Fragen beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler des Grabbe-Gymnasiums gemeinsam mit Prof. Dr. Markus Lange-Hegermann (inIT). Der Professor für Mathematik und Datenwissenschaft war zu Gast am Grabbe-Gymnasium, um mit jungen Menschen offen über Chancen, Risiken und den sinnvollen Einsatz von KI zu diskutieren. 

Prof. Dr. Markus Lange-Hegermann setzt sich in seiner Lehre intensiv mit dem Einsatz von KI auseinander. Gemeinsam mit Studierenden entwickelt er individuelle Lernumgebungen, die Lernprozesse unterstützen sollen. Um diese Perspektive zu erweitern, suchte er bewusst den Dialog mit Schülerinnen und Schülern: Wie nutzen Jugendliche KI bereits heute? Welche Erwartungen haben sie an KI in Schule, Studium und Beruf? 

Im Zentrum der Veranstaltung standen grundlegende Fragen: Was sind neuronale Netze? Wie funktioniert KI überhaupt? An anschaulichen Beispielen wurde deutlich, dass KI zwar leistungsfähig ist, aber nicht „denkt“ oder kreativ handelt, sondern auf der Auswertung großer Datenmengen basiert. Warum ChatGPT Texte oft besser kann als mathematische Rechnungen, was KI nicht leisten kann – und weshalb fehlerhafte Daten zu absurden Ergebnissen führen können – wurde kritisch reflektiert. 

Ebenso offen wurden ethische und gesellschaftliche Aspekte thematisiert: Gesichtserkennung, automatisierte Datensammlungen, Datenschutz, Energie- und Wasserverbrauch von Rechenzentren sowie die Frage, wem KI eigentlich gehört. Auch die Risiken von Desinformation, Propaganda, manipulierten Bildern und Videos auf Social-Media-Plattformen wurden intensiv diskutiert. Ein weiteres Thema war die mögliche kulturelle Vereinheitlichung, da viele KI-Modelle weltweit agieren und zudem aus den USA oder China stammen. 

Ein Schwerpunkt lag auf der Schule der Zukunft: Müssen Schülerinnen und Schüler noch alles lernen, wenn KI scheinbar alles kann? Die Jugendlichen sprachen sich klar dafür aus, KI nicht zu verbieten, sondern den kompetenten Umgang damit zu erlernen. In einer spontanen Abstimmung votierte die Mehrheit für eine häufige Freigabe von KI im Unterricht, niemand sprach sich für ein vollständiges Verbot aus. 

Kontrovers diskutiert wurde der Einsatz von KI in Klausuren und Prüfungen. Während viele betonten, dass Prüfungen vor allem eigenes Wissen sichtbar machen sollten, wurde auch die Idee aufgegriffen, Prüfungsformate weiterzuentwickeln: komplexere Aufgaben, neue Fragestellungen und der reflektierte Einsatz von KI als Teil der Leistung. 

Gleichzeitig stellte sich die Frage nach Bildungsgerechtigkeit: Wenn leistungsfähige KI Geld kostet – entstehen dann neue Ungleichheiten? Die Schülerinnen und Schüler sahen eher die Vorteile, weil es für alle zugänglich ist – bemerkten aber eben auch an, dass die teuren Bezahlversionen mehr leisten könnten. 

Die Veranstaltung machte deutlich: KI kann ein Helfer sein – wenn junge Menschen lernen, sie kritisch, verantwortungsvoll und kompetent zu nutzen. Die Kooperation zwischen der TH OWL und dem Grabbe-Gymnasium soll diesen Dialog fortsetzen und Raum für weitere gemeinsame Projekte schaffen.