Am 05. Februar 2026 nahmen Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums mit dem Schwerpunkt Gesundheit sowie der höheren Berufsfachschule für Elektrotechnische Assistentinnen und Assistenten des Lüttfeld-Berufskollegs aus Lemgo und der Oberstufe Ingenieurtechnik des Beruflichen Gymnasiums und der Oberstufe Informatikassistentinnen und -assistenten des Felix-Fechenbach-Berufskollegs aus Detmold an einer Informationsveranstaltung des Instituts für industrielle Informationstechnik (inIT) und des Forschungsschwerpunkts Applied Health Sciences (AHS) der Technischen Hochschule OWL (TH OWL) teil.
Neue Studienrichtung Gesundheitsinformatik im Fachbereich Informatik und Automation
Zu Beginn hieß Frauke Wiegräbe, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe Diskrete Systeme, die rund 50 Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrkräfte herzlich willkommen und führte die Teilnehmenden in das vorbereitete Informationsprogramm ein. Im Anschluss stellte Prof. Dr. Volker Lohweg, Leitung Arbeitsgruppe Diskrete Systeme, die entsprechenden Studienangebote der Technischen Hochschule OWL detailliert vor. Dabei legte er seinen Fokus auf den Studiengang „Gesundheitsinformatik“, der zum Wintersemester 2026/2027 neu im Fachbereich Informatik und Automation an der TH OWL startet. Gesundheitsinformatik entwickelt digitale Lösungen für das Gesundheitswesen und verbessert damit die medizinische Versorgung von erkrankten Menschen – ein Ansatz, der bei den Anwesenden auf großes Interesse stieß.
Einblicke in Studium und Campusleben
Anschließend informierte Patrick Gaudl, Master-Studierender und ebenfalls wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Diskrete Systeme, vertiefend über das Bachelorstudium "Gesundheitsinformatik" mit den spezifischen Inhalten wie Vorlesungen, Übungen, Praktika, Projekt- und Studienarbeit sowie Exkursionen zu Praxispartnern. Er gab nicht nur anschauliche Einblicke in den Studienalltag, sondern auch in das Studierendenleben am Campus über den „Vorlesungsrand“ hinaus.
Weiterhin berichtete Patrick Gaudl, der selber ehemaliger Schüler des Lüttfeld-Berufskollegs ist, über zwei App-Entwicklungen am inIT, mit denen Parkinsonpatienten und -patientinnen oder Schlaganfallpatienten und -patientinnen eine Unterstützung im Versorgungsverlauf ihrer Erkrankung erhalten. Diese Entwicklungen werden in Kooperation mit dem Universitätsklinikum OWL, Klinik für Neurologie und Neurogeriatrie, Chefarzt Prof. Dr. Christoph Redecker, Klinikum Lippe und dem Parkinsonnetz PNOWL+ vorangetrieben.
Zukunftsmusik oder medizinischer Alltag?
In einem weiteren Block wurden die Schülerinnen und Schüler herausgefordert, sich mit neuesten Forschungsinhalten auseinanderzusetzen. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Tatjana Brasu des Forschungsschwerpunkts Applied Health Sciences berichtete über den Studienschwerpunkt „Pharmatechnik“, der von Prof. Dr. Gerd Kutz, Fachbereich Landwirtschaft, Lebensmittel und Gesundheit, verantwortet wird. Sie ging insbesondere auf das Forschungsfeld der „Personalisierten Therapie“ ein: „Während heute alle Patienten und Patientinnen mit einer bestimmten Krankheit dasselbe Medikament erhalten, werden sie in Zukunft individuell angepasste Arzneimittel bekommen, die eigens für sie gefertigt werden.“ Das klang für die Schülerinnen und Schüler noch nach „Zukunftsmusik“, könnte aber schon bald normaler Alltag in der Medizin und in Versorgung werden.
Forschung begreifen
Besonders gut kam bei den Besucherinnen und Besuchern aus den Berufskollegs an, dass sie selbst in Aktion treten durften. Nach den Vorträgen konnten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Medizintechnologien wie etwa ein Ultraschallgerät oder ein EEG-Messsystem im InnovationSPIN direkt ausprobieren. Tatjana Brasu informierte die Interessierten über die Möglichkeiten des 3D-Bioplotters für die individuelle Medikation.
Wertvolle Arbeit
Die Informationsveranstaltung wird gerne von den Berufskollegs wahrgenommen und bildet einen wichtigen Baustein für die Schülerinnen und Schüler, die sich mit der Frage beschäftigen, wie ihre weitere berufliche Zukunft aussieht. Dies bestärkt Frauke Wiegräbe in ihrem Engagement: „Zum einen macht es großen Spaß, mit den jungen Leuten zu interagieren. Zum anderen erhalten sie wertvolle Einblicke aus unserer Forschung und in die neuesten Entwicklungen unseres Campus-OWL-Projekts ISy-CARE.“

